Ein Koch in einer Küche, der Lebensmittel zubereitet, mit frischem Gemüse und Kartoffeln im Vordergrund.

Wirtschaft in Oman

Wirtschaft in Oman

Ende der 1960er-Jahre begann die  Erdölförderung im Sultanat Oman. Das Erdöl bildete schnell die Haupteinnahmequelle des Landes und der bis dahin größte Wirtschaftszweig, die Landwirtschaft, schrumpfte allmählich. Durch den Wirtschaftsboom, der durch die Erdölförderung ausgelöst wurde, konnte die infrastruktur ausgebaut werden. Es entstanden Straßen, Schulen, Krankenhäuser und Stromleitungen. Dem Erdöl hat die Bevölkerung auch einen allgemeinen Anstieg des Einkommens zu verdanken. Mit dem Konzept der Privatisierung und Diversifizierung soll finanzielle und wirtschaftliche Stabilität erreicht werden. Auf der Grundlage des freien Wettbewerbs werden Regierungsanteile an private Unternehmen verkauft, und auch der öffentliche Dienst wird zunehmend privatisiert. Die Wirtschaft Omans soll schrittweise umstrukturiert werden und neben dem Erdöl weitere Zweige fördern. Weitere Wirtschaftszweige sind die Fischerei, der Abbau von mineralischen Bodenschätzen und der Tourismus. Durch die Förderung von Industrie und Produktion werden Handel, Finanzwesen und Dienstleistungen ausgedehnt, um sich u.a. auch der Weltwirtschaft anzupassen. Oman ist das 139. Mitglied der Welthandelsorganisation WTO. Im Jahr 2016 betrug das BIP pro Kopf 46'689 US-Dollar. Die Landwirtschaft hat daran einen Anteil von 1,7 %, die Industrie 45,4 % und der Dienstleistungssektor macht 52,9 % des BIP aus.

Geschrieben von: Nils Lindhorst Zuletzt aktualisiert am: 30. September 2025

Gastarbeiter

Etwa 45 % der Einwohner Omans sind Ausländer und zum Großteil als Gastarbeiter im Land. Mehr als die Hälfte von ihnen stammt aus Indien und anderen Ländern Asiens. Die Gastarbeiter sind vor allem im Handel, im Dienstleistungsgewerbe und auf dem Bau tätig. Ohne diese Hilfskräfte aus dem Ausland wäre der Aufbau der omanischen Wirtschaft seit 1970 nicht möglich gewesen. Jedoch will die omanische Regierung ihre Abhängigkeit von den Gastarbeitern verringern, weshalb die Omanisierung gestartet wurde. Die Omanisierung ist ein Konzept, bei dem die Gastarbeiter durch qualifizierte Omanis ersetzt werden sollen. Das Projekt begann 1988, als Prozentzahlen festgelegt wurden, die bestimmen, wie viele Omanis in den verschiedenen Branchen angestellt sein sollen. Bis jetzt funktioniert das Projekt gut, jedoch gibt es noch nicht genug Ausbildungsstätten, um den weiteren Ausbau der Wirtschaft gänzlich in omanische Hände zu geben.

Landwirtschaft

5 % des Staatsgebiets Omans werden landwirtschaftlich genutzt. Es werden Datteln, Granatäpfel, Bananen, Mangos, Tabak und weitere Produkte angebaut. Landwirtschaft wird im Norden, in der Batinah-Region und im Süden rund um die Stadt Salalah betrieben. Auch der Jebel Akhdar in der Nähe der Hauptstadt Muscat, ist landwirtschaftlich nutzbar. Dort sind grüne Terrassenfelder mit verschiedenen Früchten angelegt. Durch die Landwirtschaft werden ca. 50 % der Eigenversorgung Omans gedeckt. Die restlichen 50 % werden aus dem Ausland importiert. Das Ziel des Landwirtschaftsministeriums ist es, die Selbstversorgung des Sultanats zu steigern.

Bodenschätze

Die Erdölvorkommen haben Oman zu Wohlstand und Reichtum verholfen. In nur 20 Jahren hat sich Oman von einem armen Agrarland in einen wohlhabenden Ölstaat verwandelt. Sultan Qaboos hat im Jahr 1970 die Modernisierung des Landes in die Wege geleitet. Die Ölfelder liegen in den Wüsten des Landesinneren und ziehen sich bis in den Dhofar. Pipelines wurden gelegt, wodurch das Öl durch das ganze Land gepumpt werden kann und schließlich vom Hafen Mina al-Fahal nahe Muscat in die ganze Welt verschifft wird. Mina al-Fahal hat sich zum Exportknotenpunkt und bedeutendsten Verschiffungshafen des Landes entwickelt. 1982 wurde schließlich auch eine Raffinerie in der Nähe des Hafens gebaut. Die Ölvorräte des Landes belaufen sich auf ca. 50 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter). Laut Prognosen soll dieser Vorrat 15 Jahre halten, wobei geglaubt wird, das noch weitere Ölfelder gefunden werden, wodurch der Vorrat wachsen würde. Oman liegt auf der 21. Stelle der Erdölexporteure und exportiert vor allem in die USA, nach China, Japan, Südkorea und Taiwan. Dadurch ist Oman sehr stark vom internationalen Ölpreis und vom US-Dollar abhängig.

In den 1990er-Jahren wurde zudem Erdgas entdeckt. Auch hier wurde viel in die Förderung investiert, jedoch erhoffte man sich mehr Gewinn, als es letztendlich brachte. Neben Erdgas und Erdöl verfügt Oman über Kupfer-, Steinkohle-, Gold-, Chrom- und Eisenvorkommen. Auch Marmor, Kalkstein und weitere Gesteinsarten sind im Sultanat zu finden. Der Bergbau bildet somit eine Perspektive für die Zeit nach dem Öl. Auch die verarbeitende Industrie wird dann ein bedeutender Wirtschaftszweig werden.

Außenhandel

Seit 1967 exportiert das Sultanat Oman Erdöl. Der Erdöl- und Erdgasexport bildet 81 % der gesamten Exportgüter des Landes. Sonstige Exportgüter stellen Fisch, Metalle und Textilien dar. Maschinen, Fahrzeuge, Industriegüter und Lebensmittel müssen nach Oman importiert werden. 32 % der Importgüter stammen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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