Ein Kamel steht in einer Wüste mit Sätteln und Ausrüstung auf dem Rücken, im Hintergrund sind Dünen und kleine Gebäude.

Kamele in Oman

Kamele in Oman

Geschrieben von: Luca Krohn , Philip Eichkorn und Michaela Eckmüller Zuletzt aktualisiert am: 21. Mai 2025

Das arabische Kamel und Liebling der Bevölkerung Arabiens ist genau genommen ein Dromedar. Das einhöckrige Camelus Dromedarius unterscheidet sich vom ebenfalls sehr bekannten zweihöckrigen Trampeltier. Beide Arten gehören zur Familie der Kamele. Der Lebensraum befindet sich in großen Teilen Asiens und Afrikas. Als Wildtier ist das Dromedar jedoch ausgestorben und lediglich domestiziert als Nutz- und Lasttier vorzufinden. Egal, wie verlassen ein Kamel in der weiten Wüste auch aussieht, es hat immer einen Besitzer. Aus Arabien gibt es Nachweise, dass bereits seit ca. 3200 Jahren Dromedare domestiziert sind.

Das einhöckrige Kamel hat eine Rumpf- bzw. Schulterhöhe von ca. 180 cm bis 230 cm und eine Kopf-Rumpflänge von 230 cm bis 340 cm. Der Schwanz misst eine Länge von ca. 55 cm. Das Gewicht variiert recht stark und kann zwischen 290 kg und 710 kg betragen. Das Fell ist sandfarben und sehr gut an die natürliche Umgebung angepasst. Dromedare sind sehr heißes und trockenes Klima gewöhnt. Entsprechend kommen sie mit extrem wenig Flüssigkeit aus. Entgegen vieler Annahmen speichert das Tier jedoch kein Wasser im Höcker, sondern wenn nötig im Magen. Der Höcker dient als Fettreserve und wird in Mangelperioden als Energiequelle angezapft. Dromedare können Temperaturen von über 50 Grad Celsius aushalten. Sie haben die Fähigkeit, ihre Körpertemperatur in der Nacht deutlich zu senken, um durch eine sehr langsame Erwärmung am Tag weniger zu schwitzen. Eine weitere evolutionäre Besonderheit besteht darin, dass sie bis zu 25 % ihres Körpergewichts durch Schwitzen verlieren können, dieses aber innerhalb weniger Minuten durch Flüssigkeitsaufnahme wiederherstellen können.

Dromedare sind tagaktive Tiere, die unter natürlichen Bedingungen in sogenannten Harems leben. Diese bestehen meist aus einem Männchen, einigen Weibchen und heranwachsenden Tieren. Nahrung wird in Form von Pflanzen aufgenommen, egal ob dornig, ausgetrocknet oder salzig. Dromedare werden mit bis zu 50 Jahren relativ alt. Weibchen werden mit drei Jahren geschlechtsreif, Männchen mit vier bis sechs Jahren. Der Nachwuchs wird in den Wintermonaten gezeugt. Die Tragzeit beträgt meist etwas über ein Jahr. Nur ganz selten gibt es Zwillinge. Das Weibchen kümmert sich ca. anderthalb Jahre um das Junge. Nach zwei Jahren kann es erneut werfen.

Für die Beduinen hat das Kamel eine sehr große Bedeutung. Es ist fest in der Kultur verankert und beeinflusst das Ansehen innerhalb der Gesellschaft. Im Arabischen gibt es über 150 Bezeichnungen für das Kamel. Al-jamal ist wohl das am meist verwendete Wort und bedeutet auch Verehrung oder Bewunderung. Für die meist in der Wüste lebenden Beduinen ist das Tier Transportmittel, Fleisch-, Milch- und Wolllieferant. Kamele gehören immer einzelnen Personen, niemals Stämmen oder ganzen Familien.

Im Sultanat Oman wird auf reine Abstammung geachtet. Omanische Dromedare sind relativ klein, deshalb jedoch sehr schnell. Regional bekannt auf der arabischen Halbinsel sind Kamele aus den Küstenregionen Batinah und Wahiba. Ein gutes Geschäft machen Züchter mit Rennkamelen. Die schnellsten Dromedare können bis zu 64 km/h schnell werden. Anders als in Oman werden in den Nachbarländern enorme Summen für Rennkamele ausgegeben. Dort gibt es jedoch auch sehr hohe Preisgelder für Turniersiege. In Oman ist das etwas anders, da Prestige im Vordergrund steht und nicht der monetäre Erfolg.

Entdecken Sie den Oman mit Experten, die ihn ihr Zuhause nannten

Ihr Traumurlaub, maßgeschneidert von Kennern.

Wir kennen den Oman nicht nur aus Büchern, sondern sind mehrmals im Jahr persönlich vor Ort, um die Kultur, Landschaft und Menschen aus erster Hand zu erfahren.  

Von der ersten Anfrage bis zu Ihrer Heimkehr sind wir persönlich für Sie da - per Telefon, E-Mail oder WhatsApp, wann immer Sie uns brauchen. Unsere Reisen sind so einzigartig wie Sie: individuell geplant und mit exklusiven Privilegien und hochwertigen Arrangements versehen, die Ihre Reise unvergesslich machen.

Das könnte Sie auch interessieren

Nahaufnahme eines braunen und weißen gesprenkelten Rindes mit geschlossenem Auge, Fokus auf dem Gesicht und Ohr.

Stiere von Batina in Oman

2 Minuten Lesezeit

Die Batina-Ebene im Sultanat Oman ist ein 250 km langer Küstenabschnitt im Norden von Oman. Die Region grenzt im Norden an das Fudschaira-Emirat und im Süden an das Gouvernement Muscat. Die Batina-Ebene ist das landwirtschaftliche Zentrum Omans, denn hier wachsen Zitrusfrüchte, Datteln, Mangos, Bananen und Tomaten. Außerdem ist sie die zweitbevölkerungsreichste Region des Landes mit ca. 1,2 Millionen Einwohnern. Mit der angrenzenden Hauptstadtregion von Muscat leben hier ca. 3,7 Millionen Menschen. Die Regionshauptstadt ist Sohar, bekannt für ihre wunderschöne Moschee und den Tiefseehafen. Al...

Der Eingang zur Nizwa-Festung mit zwei alten Kanonen auf erhöhten Plattformen außerhalb der weißen Festungsmauern.

Nizwa Fort

2 Minuten Lesezeit

Das Fort von Nizwa ist auf jeden Fall eine der bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten der kleinen Stadt. Der Turm des Forts ist schon von Weitem zu sehen. Mit einem Durchmesser von 45 Metern und einer Höhe von 35 Metern ist er nicht nur das größte Bauwerk der Oase von Nizwa, die er weit überragt, er ist auch der mächtigste Turm in ganz Oman. Ähnlich wie auch andere Schloss- und Fortanlagen in der Umgebung ist dieser Turm durch den Sultan bin Saif bin Malik al-Ya´aruba zur Mitte des 17. Jahrhunderts hin gebaut worden. Rund zwölf Jahre hat der Bau des beeindruckendes Wehrbaus gedauert. Die Wohnko...

Sitzbereich mit Kissen auf einem Boot mit Blick auf ein ruhiges Gewässer und entfernte Berge.

Fjorde & Dhow

2 Minuten Lesezeit

Eines der bekanntesten Bilder aus Musandam sind die fjordähnlichen Buchten, die man hier vielerorts an der Steilküste findet; traumhafte Felswände, die bis ins Meer hinabfallen und Bilder erzeugen, die manchen Reisenden unweigerlich an Norwegen denken lassen. Kein Wunder also, dass Musandam den Spitznamen „Norwegen des mittleren Ostens“ verdient hat. Genau diese Schönheiten kann man auf verschiedene Arten erleben und kennenlernen. Die Fjorde hautnah erleben Wer Khasab besucht, wird hier schnell feststellen, dass die Hauptstadt Musandams zwar einiges Interessantes zu bieten hat, aber nicht un...