Politisches System in Oman

Politisches System in Oman

Das Land Oman ist ein Sultanat und ein arabischer und islamisch geprägter Staat. Das bedeutet, dass hier das islamische Glaubensrecht die Grundlage für die Rechtsprechung darstellt. Dieses Glaubensrecht unterliegt allerdings in erster Linie der Auslegung des Sultans, der eine sehr gemäßigte Sichtweise vertritt. So ist die weltoffene Art und Weise, in der die Omani die Rechtsgrundsätze des Koran ausleben, sehr fortschrittlich und eng an das Rechtssystem vieler westlicher Staaten angeglichen.

Drakonische Strafen wie beispielsweise Steinigungen oder eine systematische Benachteiligung von Frauen gibt es in Oman nicht. Wichtig ist, dass hier ein gewisser Respekt von Seiten der Reisenden den Bräuchen und Glaubensansichten der Menschen in Oman entgegengebracht wird. Natürlich spielt der Islam als Staatsreligion und als staatstragende kulturelle und prinzipienschaffende Instanz eine wichtige Rolle in Oman. Aus diesem Grund sind Politik und Religion in Oman eng miteinander verbunden.

Regierungsform

Wie in vielen anderen Ländern der arabischen Welt gibt es auch in Oman keine Demokratie. Hier geht die gesamte Macht von Sultan Qaboos ibn Said Al Said, dem Staatsoberhaupt, aus. Die Nachfolge wird über die Erbfolge geregelt. Das Volk hat bei der Wahl des Herrschers kein Mitspracherecht.

Der Sultan bestimmt über alles. Exekutive, Judikative und Legislative sind hier in einer Person vereint. Alle neuen Gesetze werden vom Sultan als „Königliche Erlasse“ bekanntgegeben. Ein gesetzgebendes Parlament oder ähnliche demokratische Institutionen gibt es nicht. Doch das bedeutet nicht, dass man in Oman im Mittelalter stehengeblieben wäre.

Der langjährige Sultan war beim Volk beliebt

Viel mehr hatet man in Oman das Glück, mit dem bis kürzlich amtierenden Sultan Qaboos ibn Said Al Said einen Herrscher zu haben, der sich sichtlich anstrengte, die althergebrachte und traditionelle Regierungsform mit einer modernen, effektiven Verwaltung und Regierungsart in Einklang zu bringen. Dabei wurde er von seiner Bevölkerung nicht als absoluter Herrscher betrachtet, sondern eher als weiser und guter Vater.

Selbst wenn es im Land freie Wahlen gegeben hätte, dann hätte ein Großteil der Bevölkerung, der es sehr gut geht, ihren Staatsoberhaupt legitimiert. Die Wege sind dabei deutlich kürzer als in einem Bürokratenstaat wie Deutschland. Der Sultan Qaboos ibn Said Al Said hat in den letzten Jahren einen gut funktionierenden Apparat aus einem Ministerkabinett, Staatssekretären und Beiräten geschaffen, die ihm allesamt unterstanden. Die wichtigsten Posten, nämlich die des Premierministers, des Finanz-, Verteidigungs- und Außenministers vereinte der Sultan in sich selbst.

Wie weltoffen man in Oman im Vergleich zu anderen Ländern dabei ist, zeigt der Umstand, dass dort im Jahr 2003 zum ersten Mal eine Frau zur Ministerin ernannt wurde. Wer ein Problem mit der Verwaltung hat, kann sich direkt an den für ihn zuständigen Minister wenden, ohne lange Anträge, verschiedene Instanzen oder Umwege über verschiedene Ämter. Alles in allem also ein Staat, der auf einem guten Weg ist, die arabische Lebens- und Herrschaftsart in der Moderne zu verwurzeln.

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