Oman ist ein Sultanat auf der arabischen Halbinsel. Die Grenzen des Landes verlaufen zum Teil im Meer, zum Teil aber auch auf dem Land. Oman hat drei direkte Nachbarstaaten:
Rein von der Geographie her betrachtet liegt Oman damit mitten in einem Pulverfass. Spätestens mit dem Beginn des arabischen Frühlings und den anhaltenden Auseinandersetzungen in Saudi-Arabien und im Jemen ist der Frieden in den Nachländern Omans weitgehend dahin. Die einzige Ausnahme, die konstant Frieden und Wohlstand ausstrahlt, sind die Vereinigten Arabischen Emirate mit ihren Zugpferden Dubai und Abu Dhabi. Gut, dass Oman dabei eine sehr defensive und friedliche Rolle in dieser schwierigen Region der Welt einnimmt. So trat Oman in den letzten Jahren immer wieder auf, wenn es darum ging, einen Vermittler aus den Reihen der arabischen Staaten für Friedensgespräche in der Region zu finden.
Oman ist von der Größe her vergleichbar mit der Bundesrepublik Deutschland, hat aber nur einen Bruchteil der Einwohner Deutschlands. Wer als Gast in Oman weilt, muss nicht mit den Grenzgebieten zu Saudi-Arabien oder dem Jemen in Berührung kommen. Einen Abstecher in die Vereinigten Arabischen Emirate kann man machen, wenn man sich für die Glitzer- und Glamourwelt, die von den Scheichs der Emirate gestaltet wurde, interessiert. Aber das ist auch nicht unbedingt nötig. Denn die wundervollen Strände des Sultanats, die kleinen Städte und Dörfer, die Zeltdörfer der Beduinen und die Oasen des Landes laden zu zahlreichen Ausflügen ein. Wer Oman kennen- und die Menschen dort lieben lernt, der wird schnell das Interesse an den lauten und auf ständig neue Weltrekorde schielenden Nachbarn verlieren. Außerdem wird er schnell vergessen, dass hinter den gut gesicherten Grenzen Omans im Jemen und in Saudi-Arabien leider keine so friedliebenden und auf den Fortschritt des eigenen Landes bedachten Regierungen an der Macht sind wie in Oman selbst.