Traditioneller Töpferladen im Nizwa Souq mit Tonkrügen und einer Palmenbaum in Oman.

Nizwa Souq

Nizwa Souq

Geschrieben von: Michaela Eckmüller Zuletzt aktualisiert am: 27. Mai 2025

Der Markt von Nizwa ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Am ehesten kann man einen Eindruck vom Leben und Trubel eines arabischen Souqs bekommen, wenn man den Markt in den Vormittagsstunden besucht. Das Areal, auf dem die verschiedenen Marktbereiche zu finden sind, ist übersichtlich gestaltet, bietet aber doch eine große Vielfalt an Waren und Angeboten. Der östlich des Forts von Nizwa [Nizwa Fort]gelegene Souq ist komplett von einer Mauer umgeben und grenzt sich so klar von den anderen Stadtvierteln ab. Unterteilt ist der Markt in sechs Bereiche. Diese sind der West-Souq, der East-Souq, die Obst- und Gemüsehalle mit zugehörigen Gebäuden für Fleisch, Fisch und Datteln, der Handwerks- und Süßwaren-Souq, der Stoff- und Textilien-Souq mit diversen Schneidereien, die zum Areal gehören und schließlich der Bereich, in dem freitags der Tiermarkt stattfindet.

Der Souq in Nizwa - zwischen Gegenwart und Vergangenheit

<p>Anfang der 1990er-Jahre wurden der Nizwa Souq sowie weite Teile der anderen Innenstadtbereiche renoviert und neu gestaltet. Dabei sind allerdings einige Bereiche so erhalten geblieben, wie sie ursprünglich waren. Den Unterschied erkennt man beispielsweise, wenn man auf der einen Seite durch den West-Souq schlendert, der ein eigenständiger Marktbereich ist. Hier wurde der gesamte Bereich aufwändig renoviert und restauriert. Die Ladenboxen wirken einheitlich und ordentlich. Auch wenn die Hauptauflage bei den Renovierungsarbeiten der Erhalt des ursprünglichen Baustils war, wirkt der West-Souq modern. Angeboten werden Schmiedearbeiten, traditionelle omanische Souvenirs, Schmuck und Krummdolche. Einheimische findet man hier selten, dieser Bereich des Marktes ist eher den Touristen vorbehalten. Leider sieht man viel zu häufig neben wirklich guter handwerklicher Qualitätsarbeit auch Imitate aus Indien. Da die Händler wissen, dass für Touristen der Markt hier wie ein Souvenirparadies wirken muss, sind die Preise entsprechend hoch. Möglichkeiten, zu handeln, gibt es nur vergleichsweise wenig. Etwas weiter auf dem East-Souq, der durch zwei altertümlich wirkende Holztore abgeschlossen ist, taucht man in eine gänzlich andere Welt ein. Hier findet man das herrliche Durcheinander eines urtümlichen arabischen Marktes, auf dem man Gewürze aus aller Herren Länder und eine Menge Gebrauchsgegenstände erwerben kann. Hier trifft man überwiegend Einheimische, die ihren täglichen Bedarf an Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen decken.

Obst und Gemüse wie aus einer anderen Welt

Die Obst- und Gemüsehalle des Souqs sprengt alle Vorstellungen. Mehr als achtzig Händler bieten hier ihre Waren zum Verkauf an. An den Ständen kann man eine Vielzahl der Lebensmittel, die verkauft werden, auch direkt vor Ort probieren. So kann man sich an den einzelnen Ständen von der Qualität der Datteln oder anderer Früchte, die angeboten werden, direkt selbst überzeugen. An dieser Stelle merkt man, dass die Markthalle viel zu groß für den tatsächlichen Bedarf ist, denn selbst an Markttagen wirkt die riesige Halle oft leer. Nachmittags ist sie regelrecht verlassen.

Der Höhepunkt des Marktes ist der Freitag, wenn der Tiermarkt in Nizwa stattfindet. Hier kommen die Käufer und Verkäufer von weit her und bieten ihre Tiere an bzw. stillen ihre Nachfrage. Wer das bunte Treiben eines echten arabischen Tiermarktes einmal erleben möchte, muss aber früh auf den Beinen sein. Denn das Feilschen und Anbieten beginnt gegen acht und ist oft um zehn Uhr, wenn die Temperaturen langsam zu steigen beginnen, schon wieder zu Ende.

Entdecken Sie den Oman mit Experten, die ihn ihr Zuhause nannten

Ihr Traumurlaub, maßgeschneidert von Kennern.

Wir kennen den Oman nicht nur aus Büchern, sondern sind mehrmals im Jahr persönlich vor Ort, um die Kultur, Landschaft und Menschen aus erster Hand zu erfahren.  

Von der ersten Anfrage bis zu Ihrer Heimkehr sind wir persönlich für Sie da - per Telefon, E-Mail oder WhatsApp, wann immer Sie uns brauchen. Unsere Reisen sind so einzigartig wie Sie: individuell geplant und mit exklusiven Privilegien und hochwertigen Arrangements versehen, die Ihre Reise unvergesslich machen.

Das könnte Sie auch interessieren

Ein traditioneller omanischer Khanjar (gekurvtes Messer) und ein dekoratives herzförmiges Anhänger, dargestellt auf einer schwarzen Plattform innerhalb eines kunstvollen weißen Rahmens.

Oman in der Frühzeit

1 Minuten Lesezeit

Muslimische Araber eroberten um 630 n. Chr. mit dem Prophetengefährten Amr ibn al-As das Gebiet Omans und machten es zum Teil des Kalifats der Umayyaden und Abbasiden. Diese regierten Oman für längere Zeit aus Bagdad und Damaskus. Es ist damit die Geburtsepoche des Islam in Oman. Bereits einige Jahrzehnte später bildete sich die islamische Glaubensrichtung der Ibaditen, die im Hinterland um 900 n. Chr. eigenständige Imamate gründeten. Nach längeren Machtkämpfen verlor die Herrschaft der Imame ihren Einfluss an die Nabhani-Dynastie, welche Oman um 1180 nach Chr. erneut vereinen konnte. Die Nab...

Ansicht der weißen Marmorfassade der Sultan Qaboos Moschee in Oman mit arched Eingängen und detaillierter Architektur.

Große Sultan-Qabus-Moschee

7 Minuten Lesezeit

Die Große Sultan-Qabus-Moschee in Maskat, der Hauptstadt Omans, ist ein eindrucksvolles Symbol der kulturellen Identität und spirituellen Tradition des Landes. Sie steht im Herzen von al-Ghubra im Verwaltungsbezirk Bawshar, eingebettet in die pulsierende Muscat Capital Area, und thront majestätisch an der Hauptstraße zwischen Maskat und Sib. Diese zentrale Lage macht sie zu einem leicht zugänglichen Ziel sowohl für Einheimische als auch für Reisende aus aller Welt....

Menschen, die auf einem Indoor-Fischmarkt mit langen gekühlten Auslagekühlschränken einkaufen.

Außenhandel

2 Minuten Lesezeit

Der Außenhandel Omans hat sich in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts ausschließlich auf Produkte aus dem landwirtschaftlichen Bereich beschränkt. So gab es Handel mit Lebensmitteln wie Datteln, Gemüsesorten der Region, Fisch und Weihrauchharzen. Darüber hinaus fand so gut wie kein Austausch mit anderen Staaten statt. Reis wurde als eines der Hauptnahrungsmittel importiert. Aber andere Importwaren waren rar und wurden auch nicht benötigt. Es gab in Oman keine großen Handelshäfen, keine brauchbaren Flughäfen, keine Infrastruktur und auch keine moderne Kommunikationstechnologie. Wirtschaf...